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| Die Beatles in Indien |
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Zwischen 1963 und 1970 ist sicher weltweit niemand so oft fotografiert worden wie die Beatles. Nachdem die Beatlemania erst Großbritannien und dann die USA erfasst hatte, wurde jeder Schritt der "Fabulous Four" fotografiert, gefilmt und in den Medien präsentiert, ob sie nun als Gruppe oder als Individuen vor die Linse gerieten. Anfangs, noch ganz im Taumel von Ruhm und Reichtum ungeahnten Ausmaßes, hatten sie offenbar Spaß daran, wie Schauspieler vor die Kameras zu treten. Dann aber, das ist bekannt, hat der zermürbende Tourneealltag im Scheinwerferlicht der ständig präsenten Öffentlichkeit den Traum in einen Albtraum verwandelt, vor allem für John und George. George war es auch, der am 29. August 1966 nach dem Konzert im Candlestick Park in San Francisco - dem letzten offiziellen Auftritt - erklärte, er würde eher die Gruppe verlassen als weiterhin vor Tausenden von kreischenden Fans so zu tun, als würde man ein Konzert geben. Weder die Fans noch die Beatles selbst konnten etwas von der Musik hören. Die Liveauftritte waren zu einer Farce geworden. Nachdem die Beatles sich entschlossen hatten, nicht mehr live aufzutreten, wodurch ihnen sicher ein Stein vom Herzen fiel, konzentrierten sie sich zunächst einige Monate lang auf jeweils eigene Projekte. Paul fing an, die Musik zu dem Film "The Family Way" zu schreiben, John widmete sich in Deutschland und Spanien den Dreharbeiten zu "Wie ich den Krieg gewann" ("How I Won The War"), und George flog nach Bombay, um seinem Interesse an indischer Musik und Philosophie nachzugehen, das ihm immer wichtiger wurde. Durch ihn lernten auch die anderen drei Beatles die Transzendentale Meditation von Maharishi Mahesh Yogi kennen. Im Februar 1968 reisten die Beatles zu dessen Ashram im nordindischen Rishikesh.
1968 war Paul Saltzman ein junger aufstrebender Fotograf, der selbst mehrere Konzerte mit Leonard Cohen veranstaltet hatte und es liebte, Folk- und Rock-Konzerte zu besuchen. Von Liebeskummer geplagt, fast pleite und ohne neue Aufträge, beschloss der damals Vierundzwanzigjährige sein Wissen über indische Philosophie zu vertiefen. Da er an den Toren von Maharishis Ashrams zunächst abgewiesen wurde, campierte er acht Tage lang davor, bis er schließlich den erhofften Einlass fand. Hier traute er seinen Augen kaum, als er feststellte, dass er die Transzendentale Meditation und Maharishis Vedisches Wissen zusammen mit den Beatles studieren sollte. Es waren auch noch andere Berühmtheiten zugegen, wie die Sänger Donovan und Mike Love (Beach Boys), der Jazzmusiker Paul Horn oder die Schauspielerin Mia Farrow, die sich gerade von Frank Sinatra getrennt hatte. Inspiriert von den Erfahrungen mit der Meditation und der Kultur und Weisheit Indiens komponierten die Beatles in dieser Zeit die meisten Lieder für ihr nächstes Album. So entstanden hier unter den Augen ihrer Mitstudenten Songs wie "Ob-La-Di, Ob-La-Da", die das "White Album" zu einem der erfolgreichsten Tonträger aller Zeiten machten. Nach der Meditation saß die Gruppe oft im Freien und genoss den
Blick auf den Ganges und Rishikesh und auch das indische Essen. Ihre Gespräche
über Gott und die Welt klammerten nur ein Thema aus: die Musik. George
Harrison erzählte Saltzman, wie unwichtig ihm Ruhm und Geld letztlich
seien und John Lennon tröstete ihn wegen seines Liebeskummers und
diskutierte mit ihm die Probleme des Egos. |
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| Der Bildband "Die Beatles in Indien" | |
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| Copyright aller Fotos: Paul Saltzman. |
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